Naturschutzeinsatz der dritten Klassen

Heute führten die dritten Klassen ihren Naturschutzeinsatz durch. Drei Teilnehmende berichten von ihren Erfahrungen in den Thurauen, dem grössten Auengebiet des Schweizer Mittellands. Als integraler Bestandteil des neuen Rahmenlehrplans für die gymnasialen Maturitätsschulen fördert die «Bildung für nachhaltige Entwicklung» (BNE) die Vertiefung von Nachhaltigkeitsthemen.

von Inès Brugger, 3e

Am 7. Juli 2026 war unsere Klasse für einen Naturschutzeinsatz in den Thurauen. Ehrlich gesagt wusste ich am Morgen nicht genau, was mich erwarten würde. Ich dachte, dass wir vielleicht ein bisschen aufräumen oder Müll einsammeln würden. Doch schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass dieser Tag viel abwechslungsreicher und spannender werden würde, als ich gedacht hatte.

Nach einer kurzen Einführung erklärten uns die Leiter, weshalb die Arbeit in den Thurauen so wichtig ist. Wir erfuhren, dass dort viele seltene Pflanzen leben und dass das Gebiet regelmässig gepflegt werden muss, damit die Natur gesund bleibt. Besonders interessant fand ich, dass einige Pflanzen, wie die Goldrute, nicht ursprünglich aus der Schweiz stammen und sich sehr schnell ausbreiten. Deshalb besteht ein Teil der Naturschutzarbeit darin, diese Pflanzen von Hand auszureissen, damit einheimische Arten wieder mehr Platz haben.

Unsere erste Aufgabe war genau das: Wir zogen Goldruten aus dem Boden. Anfangs war das gar nicht so einfach, weil manche Pflanzen sehr tief verwurzelt waren. Nach einer Weile schmerzten auch meine Hände wegen der immer gleichen Bewegung. Schlussendlich war es aber ein gutes Gefühl, zu sehen, wie die Fläche nach und nach sauberer wurde.

Nach einer kurzen Pause räumten wir Äste und Stöcke vom Weg, damit die Traktoren problemlos durchfahren konnten. Das war auch wichtig, weil die Pflanzen, die zuvor von den Ästen zugedeckt oder verdrückt worden waren, dadurch wieder besser wachsen konnten. Die Äste stapelten wir auf einem grossen Haufen.

Zur Mittagszeit machten wir eine wohlverdiente Pause bei einem kleinen Häuschen. Zum Dessert assen wir eine Bündnernusstorte und einen Heidelbeerstreuselkuchen, die uns Frau Stoop geschenkt hatte.

Später machten wir noch einen Rundgang durch den Wald. Dabei lernten wir den Unterschied zwischen einem lichten und einem geschlossenen Wald kennen. Anschliessend spielten wir ein Spiel, das uns auf einfache Weise zeigte, wie sich ein Wald verändert und welche Aufgaben Försterinnen und Förster dabei haben.

Obwohl die Arbeit körperlich anstrengend war und wir am Ende ziemlich müde waren, hat sie mir überraschend viel Spass gemacht. Das Beste war, dass man den Fortschritt direkt sehen konnte. Am Morgen waren noch viele Goldruten und Äste im Weg, und am Nachmittag sah das Gebiet deutlich gepflegter aus.

Insgesamt war der Naturschutzeinsatz eine tolle Erfahrung. Ich habe viel über die Natur gelernt und verstanden, wie wichtig freiwillige Arbeit für den Schutz unserer Umwelt ist. Dieser Tag hat mir gezeigt, dass schon kleine Beiträge einen grossen Unterschied machen können.

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von Jan Bucklar, 3e

Naturschutz? Arbeiten? Im Wald?! Wie Sie sich vorstellen können, waren wir am Anfang nicht alle begeistert von dieser Idee, doch schnell merkte ich, dass der Tag nicht nur eine Pflicht sein wird. Denn mit jeder ausgerissenen Goldrute (die uns noch in unseren Träumen verfolgt) und mit jedem weiteren gestapelten Ast, fühlte man sich besser. Nicht weil der Tag fortgeschritten war, sondern weil man sich nützlich fühlte. Nützlich für die Natur, für die Tiere, die jetzt im Aststapel Hausen können, nützlich für die Bäume, die nun frei von Goldruten waren oder für die Blätter, die uns mit ihrem Rauschen den ganzen Tag begleiteten.

Uns ist bewusst, dass wir nicht die Natur gerettet oder den Klimawandel mit unserer Arbeit besiegt haben, doch trotzdem fühlte man sich hilfreich, da man etwas Gutes tat.

Ich hatte das Gefühl, dass es schön war für die Förster und Försterinnen zu sehen, wie wir uns engagierten und uns unsere Zukunft zusammen mit der Natur nicht ganz egal war. Besonders ein Gespräch mit einer Försterin ist mir dabei im Kopf geblieben. Wir haben nämlich darüber gesprochen, dass ein Wald durchaus besser im Stande bleibt, wenn man ihn aktiv pflegt. Für mich wirkte das wie ein Paradox, da man doch sonst immer hört, dass man nicht in die Natur eingreifen sollte. Sollte man als Mensch die Finger von der Natur lassen? Haben wir nicht schon genug getan, als wir Flüsse für eigenen Nutzen begradigten oder wenn wir doch nicht immer alles in Mülleimer wegschmissen? Ich sehe es jeden Tag, Leute, welche ihre Zigaretten einfach auf den Boden schmeissen oder leere, herumstehende PET-Flaschen. Doch die Försterin antwortete, dass wir mit der Natur zusammenarbeiten sollen. Mir wurde bewusst, dass wir nicht  gemacht sind, um uns zu bekämpfen oder uns zu konkurrenzieren, sondern um uns zu ergänzen. Und ja, ich gehe auch in die Ferien, fliege auch mit dem Flugzeug oder esse Fleisch, doch genau deswegen finde ich es schön, wenn wir zumindest mit dem Naturschutzeinsatz die Möglichkeit haben, uns ein wenig zu engagieren, uns bei der Natur zu bedanken, ihr etwas zurückzugeben oder auch nur einem Igel ein neues Zuhause zu schenken.

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von Norah Braunschweig, 3e

Als ich das erste Mal vom Naturschutzeinsatz hörte, war ich ehrlich gesagt nicht sooo begeistert und verspürte keine grosse Lust, den ganzen Tag von Bienen und sonstigen Viechern gestochen zu werden. Als wir dann dort waren, war es eigentlich gar nicht so schlimm wie erwartet, nein, es machte sogar Spass.

Die Thurauen (dort fand der Einsatz statt) sind wirklich ein schönes Gebiet, vor allem die Abschnitte des Waldes, die nicht sehr dicht mit Bäumen bepflanzt sind. Dort fällt das Licht wie eine Art Scheinwerfer auf die Wiesen und man bemerkt zum ersten Mal die vielen verschiedenen Blumen, die sonst zwischen den hohen Gräsern verschwinden. Überraschenderweise habe ich auch das erste Mal etwas gelernt, denn normalerweise verpasse ich den Lernaspekt bei solchen Schulausflügen immer. Normalerweise sollten Menschen ja nicht in den «Lebenslauf» der Natur eingreifen, also z.B. wenn ein Fluss mäandriert, dann sollte man nicht versuchen, ihn zu begradigen. Warum sollte man dann einen Wald pflegen und ihn nicht einfach sich selbst überlassen? Ich weiss nicht, wie es für andere Schülerinnen und Schüler war, aber dieses Eingreifen in das Geschehen entsprach vorerst nicht dem, was ich bisher aus der Biologie gelernt hatte. Umso interessanter war es für mich dann, als ich gemerkt hatte, dass ich falsch lag. So wie wir Menschen heute leben, ist es leider nicht mehr möglich, die Natur einfach leben zu lassen, wie sie will. Es ist fast schon ein bisschen traurig, wenn man sieht, wie die Natur die Fehler der Menschen in ihre Art integriert. Neophyten z.B. sind so ein Fehler. Sie werden von Menschen in ihren privaten Gärten gehalten und dann durch Wind in die Natur getragen, wo sie dann andere Pflanzen verdrängen. Da sie die Pflanzenvielfalt enorm beeinträchtigen, müssen sie dann von uns entfernt werden.

Das Ganze zeigt einfach, welche Konsequenzen unser Handeln haben kann, aber auch, wie wenig man sich dies bewusst ist. Am Abend konnte ich dann wirklich keine Goldruten mehr sehen, und wie schon erwartet wurde ich auch von ein paar Viechern gestochen, aber alles in allem hat es echt Spass gemacht, und es gab ja sogar Kuchen.

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