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Theater 2007

Faust 2007

Zur Inszenierung

Faust – Eine Oper?

(Sie können den ausführlichen Programm-Heft-Text hier als PDF herunterladen.)

Goethe hat seinen Faust nicht für das Studierzimmer geschrieben, auch wenn die Faust-Interpretationen mehrere solche füllen, sondern für die Oper! Sein Lieblings-komponist wäre Mozart gewesen, doch der starb bekanntlich zu früh. Und so wurde Faust hundert Jahre lang mit mediokrer Musikbegleitung aufgeführt, nach dem Zweiten Weltkrieg und bis heute (und auch heute Abend bei uns) in der Regel sogar ganz ohne Musik. Dass der Text aber für die Oper gedacht war, merkt man nicht nur an den vie-len Chören, sondern auch an der überaus musikalischen Sprache. Die Verse sind äusserst schmiegsam und rollen so rund im Mund wie Ricola-Perlen (übrigens eine weitere berühmte Erfindung Goethes). Sie lassen sich daher recht einfach lernen und hören. Wie man auch bei einer Oper den Text meistens kaum versteht, so mag im Faust manchen Zuschauern (und vielleicht sogar manchen Schauspielern) der Text stellen-weise unverständlich bleiben. Das stört in der Oper niemanden, und das soll auch im Faust niemanden stören, denn man hat ja die Szene und die wunderbare Musikalität der Sprache: Man kommt zu schaun, man will am liebsten sehn.Auch Goethe selbst fand es nicht nötig, dass man Philosophie, Juristerei und Medizin oder gar Theologie studiert haben müsse, um den Faust zu geniessen, er vertraute (wie wir das nun auch tun) auf das Spektakel: Das Werk ist, seinem Inhalt nach, rätselhaft genug; so möge es denn der Ausfüh-rung nicht an Deutlichkeit fehlen.Das haben wir uns zu Herzen genommen! Viel Vergnügen!