Heinrich von Kleist: Penthesilea
Das Stück Penthesilea zeigt die schreckliche Kollision zweier Menschen, die im Panzer ihrer Rüstungen und Bräuche unfähig sind, ihre Gefühle so genau zu spüren, dass sie Liebes- und Mordlust unterscheiden können. Eine Verhärtung mit fatalen Folgen.
Schon seit bald einem Jahrzehnt belagern die Griechen Troja, um die geraubte Helena zurückzuholen: da mischt sich das Heer der Amazonen ein. Wie Furien stürmen diese nicht nur gegen die Griechen (Danaer), sondern – und hier unterscheidet sich Kleist von Homer – überraschenderweise auch gegen die Trojaner (Dardaner, Ilier). Obwohl die Amazonen viele Gefangene machen, fehlt ihnen zur vollständigen Genugtuung ein einziger griechischer Kämpfer: Achill. Penthesilea, die Königin der Amazonen, hat es auf den schönsten und stärksten Helden der Griechen abgesehen. Sie verfolgt ihn in wilder Wut, schenkt ihm aber das Leben, wenn sie ihn stellt. Agamemnon, der Führer des Griechenheers, befiehlt den Rückzug aus dem verwirrenden Kampf mit den Amazonen, um ungestört die Trojaner zu bekämpfen, doch Achill will sich nicht von einer Frau demütigen lassen und sucht das Show-down mit der Amazonenkönigin.
Gefährliche Kämpferinnen, die sich ihre rechte Brust abrissen, um den Bogen besser spannen zu können; ein Frauenstamm, von der Königin Tanaïs und dem Kriegsgott Mars gezeugt. Für ihre Fortpflanzung erobern sie sich die stärksten Männer in der Schlacht, führen sie in ihre Hauptstadt Themiscyra und feiern mit ihnen dort das Rosenfest. Sobald die Amazonen schwanger sind, schicken sie die Helden wieder nach Hause.
Mars (Ares) war der Stammvater des Amazonenstamms und wurde von ihnen als Kriegsgott verehrt. Ebenso verehrten sie Diana (Artemis) für ihre bewusst gewählte Jungfräulichkeit und als Göttin der Jagd und des Bogenschiessens. Sie bestrafte Aktaion, der sie beim Baden beobachtet hatte, indem sie ihn in einen Hirsch verwandelte und ihn von seinen eigenen Hunden zerreissen liess. Eine Geschichte, die Penthesilea in ihrer Kindheit bestimmt oft hörte und die ihr wohl tiefen Eindruck gemacht haben muss.
Häufig verwendete Namen:
Zeus, Sohn des Kronos, der Kronide, der Wolkenrüttler
Mars, Ares, Kriegsgott, Vater der Amazonen
Artemis, Diana: Göttin der Jagd.
Orkus, Hades, das Totenreich, die Schatten
Medusa, Gorgo: Eine der Gorgonen, deren Blick einen zu Stein erstarren liess.
Gorgonen, Furien, Erinnyen, Eumeniden: weibliche Rachegeister, die Männer und Frauen, welche gegen naturgegebene Gesetze verstossen hatten, mit unerbittlicher Rache verfolgten und sie in Wahnsinn stürzten.
Agamemnon, Sohn des Atreus, Atride, Griechenkönig, Führer des Griechenheers im Trojanischen Krieg
Danaer, Argiver, Myrmidonier, Ätiolier: Griechen
Spiel
Penthesilea, Königin der Amazonen, Tochter der Otrere
Georgiana Ursprung
Prothoe, Fürstin der Amazonen
Livia Andermatt
Meroe, Fürstin der Amazonen
Hannah Freeman
Asteria, Fürstin der Amazonen
Manuela Gnägi
Oberpriesterin der Diana
Julia Nauer
Hauptmännin
Hannah Freeman
Oberste
Manuela Gnägi
Amazonen
Jasmin Amberg, Christine Ammann, Nathalie Gasser, Nina Schweizer
Achilles, Sohn des Peleus, Pelide, Sohn der Thetys, Neridensohn, der Äginerheld, Griechenkönig
Raphael Korach
Odysseus, Ulyss, Sohn des Laertes, Laertiade, Griechenkönig
Thierry Lustenberger
Diomedes, Sohn des Tydeus, Tydide, Griechenkönig
Lorenz Epprecht
Antilochus, Griechenkönig
Alexander Wilms
Hauptmann
Alexander Wilms
Die Schwarzen:
Kostüme
Barbara Bornhauser
Bühne
Daniel Schibli
Licht
Christian Renggli
Regie
Christian Sonderegger
Assistenz
Hannah Freeman
Choreografie
Julia Nauer
Technik
Maurizius Staerkle, Lenz Baumann
Wir danken:
Roland Ruess für Flyer und Plakat
Noé Brun für das Schneiden der Musik
All den vielen HelferInnen für Kasse und Bar
Priska Brülhart und Fränzi Hochstrasser für deren Organisation
Allen HelferInnen beim Bühnenbau
Den Mediothekarinnen für den Vorverkauf
Familie Gnägi für Logistik und Koloristik
Familie Amberg für kräftigende Äpfel